Warum ein „Haus Oliver“?

In Deutschland leben derzeit 53000 Menschen, die noch unter 60 Jahren alt sind, mit einer Sondergenehmigung im Pflegeheim – 12 % mehr als noch vor 10 Jahren (Quelle: Stat. Bundesamt).

Es werden barrierefreie, behindertengerechte Wohnmöglichkeiten für junge Menschen benötigt, damit Sie im Falle einer Pflegebedürftigkeit mit Gleichaltrigen zusammen leben können. Das Haus Oliver bietet diese Möglichkeit in vorbildlicher Weise. Alle Bewohner dieses Hauses haben ihr abgeschlossenes, kleines Appartement und gleichzeitig begünstigt die spezielle Anordnung dieser Wohnungen die Begegnung außerhalb der eigenen vier Wände.

Architektur beeinflusst stets die in ihr lebenden Menschen. Beim Konzept des Hauses Oliver sind Individualität und Gemeinschaftsleben strukturell als Möglichkeiten angelegt, ein chancenreicher Lebensmittelpunkt, in welchem Lebensqualität wachsen kann. „Ambulant vor stationär“ ist bei der konsequenten Umsetzung des Wohnkonzepts eine mehr als eine sozialpolitische Programmatik. Die Bewohner des Hauses bestimmen selbst über den Umfang der Hilfe, die von Pflegediensten eingekauft wird. Somit können sog. „institutionelle Effekte“, wie sie als Risiken von stationären Pflegeeinrichtungen beschrieben werden, vermieden werden.

Leben in Würde bei gleichzeitig hohem Pflegebedarf soll im Haus Oliver die Grundlage des Wohnens sein.

Im Haus Oliver soll den auf Rehabilitation, z.B. nach Schädel-Hirn-Trauma, Angewiesenen in der Phase F ein selbstbestimmtes Wohnen ermöglicht werden. Für die Entwicklung der weiteren Perspektiven soll eine enge Zusammenarbeit mit Fachverbänden, mit der Selbsthilfe und den Angehörigen stattfinden.

Dazu wurde von den Gesellschaftern die Haus Oliver ambulant betreutes Wohnen gemeinnützige GmbH gegründet. Gesellschafter sind die Eheleute Renate und Gerd Schumacher und die Förder- und Wohnstätten gemeinnützige GmbH, Kettig.

Das Projekt ist nach Angabe der rheinland-pfälzischen Sozialministerin einzigartig in unserem Bundesland!

Gerd Schumacher im Gespräch mit Dr. Alfred Marmann von der Förder- und Wohnstätten gGmbH